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    <title>unser bukarest blog</title>
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    <description>Wir schreiben über unser Leben mit den Bukarestern&lt;br/&gt;</description>
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      <title>So why not?</title>
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      <pubDate>Mon, 4 Apr 2011 21:36:08 +0300</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2011/4/4_So_why_not_files/IMG_9934.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object000_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Vielen Menschen kommt, wenn sie an Bukarest denken, zuerst der riesige Palast Ceausescus in den Sinn. Protzig steht er da, auf seinem Hügel, ein bisschen bröckelig schon hier und da und erinnert an seinen Diktator und dessen durchgeknallten Wahnsinn.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wahnsinnig finden den Palast jedoch bei weitem nicht alle, wie die Führung durch den Palast beweist, die für die Touristen angeboten wird. Im Gegenteil, mit Stolz wird hier präsentiert, was riesig, teuer, verplant, sinnlos, nutzlos und auch schon ein bisschen kaputt ist. Von der Geschichte des Gebäudes, seinem Bau, den Zustand des Landes und dem Befinden der Bevölkerung zu dieser Zeit erfährt man dagegen wenig, aber das weiß man ja - doch weiß es die Führerin auch?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die junge Frau sieht streng aus. Nach der Sicherheitskontrolle erklärt sie uns erstmal die Verhaltensregeln. Keiner darf die Gruppe verlassen, es ist schließlich das Parlamentsgebäude. Ein Tourist wird bestimmt, der aufpassen soll, dass keiner auf Irrwege kommt. Ein bisschen Polizeistaat wird geprobt - vielleicht soll das historische Bezug sein?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Los geht die Tour und der erste Saal, den wir zu Gesicht bekommen, ist eine Art Theaterraum. Er ist rund, die Sitze sind in Reihen angeordnet und ringsum führen die Ränge. Wie uns die Führerin jedoch mitteilt, konnte der Raum nie als Theater genutzt werden, da sich herausstellte, dass zu wenig Platz für die Bühne und für Backstage vorhanden war. Die Führerin zuckt mit den Schultern - ja so ein Pech auch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weiter geht‘s vorbei an riesigen Kronleuchtern, aus denen Energiesparlampen gucken und unaufhörlich wirft uns die Gestrenge Zahlen um die Ohren: eine Million Kubikmeter Marmor, 200.000 Quadratmeter Samt und Brokatstoff usw. Alle Materialien stammen aus Rumänien, erklärt die Führerin freudig - der größte Sohn der Karpaten wäre stolz auf sie gewesen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schließlich betreten wir einen Saal, in dem offensichtlich zwei gigantische Gemälde geplant waren. Die Führerin erzählt, dass Ceausescu ein riesiges Bild von sich und eins von seiner Frau Elena aufhängen lassen wollte und zwar so, dass sie sich angucken. Auf eine Nachfrage eines Touristen fügt sie noch hinzu: „Ceausescu loved his wife - so why not?“ &lt;br/&gt;Wir zucken mit den Schultern: „Ja, why not?“ und wissen nicht, ob wir lachen oder weinen sollen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zum Abschluss der Führung stellt ein Tourist dann noch die Frage, warum es keine Statuen von Ceasescu im Palast gibt, wahrscheinlich hat er sich erhofft, den Palast wie zu früheren Zeiten vorzufinden. Antwort der Führerin ist, dass Ceausescu nicht so einer war, der Statuen von sich selbst anfertigen ließ. „Ja, so war es, genau. So muss es einfach gewesen sein.“&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit einem großen Fragezeichen im Kopf verlassen wir das Gebäude und ich schaue nochmal in den Kalender: Es ist das Jahr 2011, ich bin erleichtert, denn irgendwie war ich mir da zeitweise nicht mehr sicher gewesen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;dor.s&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Atomkraft und „German Angst“?</title>
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      <pubDate>Tue, 22 Mar 2011 21:29:20 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2011/3/22_Eintrag_1_files/IMG_4856.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object008_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:138px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wir haben wieder ein neues Wort gelernt, nein nicht „German angst“ sondern Fukushima. Die Rechtschreibung ist noch etwas wackelig, aber darum geht es mir nicht. &lt;br/&gt;Noch ist nicht klar, wie die Sache in Japan ausgeht, gut wird es jedenfalls nicht mehr. Aber davon will ich auch nicht schreiben. &lt;br/&gt;Was mich hier in Bukarest beschäftigt ist, dass es viele nicht so beschäftigt. Warum also mache ich mir Sorgen? Ist das womöglich ein Fall von „German angst“, den ich an mir selber beobachte? &lt;br/&gt;Aber von vorn, nach der Tsunamiwelle in Japan berichten die rumänischen Medien so schnell wie die Neuigkeiten einlaufen, ähnlich auch auf den deutschen Kanälen. Ab Samstag wird das Erdbeben und die Schäden durch die Atomkatastrophe und den befürchteten GAU medial verdrängt. Die nächsten zwei Tage kann ich kaum ohne Computer verbringen: Was passiert in Japan? Am Montag würde ich gerne wegrennen und abwechselnd die Kernphysiker aller Zeiten umschulen. Am Montagnachmittag geht dann auch meine Bundeskanzlerin wieder auf „Energiereise“, ich kann das emotional gut verstehen. &lt;br/&gt;Doch meine Kollegen hier in Bukarest bleiben gelassen. Niemand erwartet etwa ähnliches vom Ministerpräsidenten. Alle machen sich Sorgen, ja. Alle verfolgen die Ereignisse in Japan gespannt und mit, na sagen wir, Anteilnahme. Richtig Angst hat wohl niemand. Ich bin erstaunt, dann bestürzt. Später dann nachdenklich. &lt;br/&gt;Japan betrifft nämlich Rumänien, im Gegensatz zu Deutschland direkt. Das einzige rumänische Kernkraftwerk (zwei Reaktoren) steht nur etwa 120 Kilometer weit weg von Bukarest. Erdbebengebiet. Und Erdbeben gab es in Bukarest öfter. Das letzte Große , 1977, forderte in Bukarest 1000 Tote.&lt;br/&gt;Der Rest ist wie immer. Umweltschützer sagen dies, Regierung versichert das. &lt;br/&gt;Restrisiko? Na sicher! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sind meine Kollegen einfach uninformiert, technikgläubig, naiv, blöde gar? Oder einfach cooler, abgeklärter, in der Analyse von Risiken besser geschult? Mhmm, ich weiß es nicht. &lt;br/&gt;Ein Erklärungsmuster für die verschiedenen Reaktionen gefällt mir aber ganz gut. Etwas könnte Sinn haben, nämlich die Sache mit dem Risiko. Meine Erfahrung hier in Bukarest ist, dass das Leben generell risikoreicher ist als in Berlin. das schließt alle Bereiche ein. Was man nicht vermeiden kann, muss man an eingehen. Also andere Risikoabwägung? Vielleicht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;angstvoll: lu.bukarest&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Maria Tanase</title>
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      <pubDate>Tue, 22 Mar 2011 20:17:12 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2011/3/22_Maria_Tanase_files/Stamp_of_Moldova_md622.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object001_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Sie ist die Stimme Rumäniens, jedenfalls war sie das zu einer Zeit. Gehört hatte ich von ihr bis vor Kurzem allerdings nichts. &lt;br/&gt;Dann dieses Lied, diese Stimme - einfach großartig. Ich habe gehört, Tanase habe ihre Zigarette nur zum Singen aus der Hand gelegt. Daher habe sie auch diese wunderbar rauchige Stimme bekommen.&lt;br/&gt;Ich jedenfalls bin begeistert und von dieser Begeisterung will ich berichten, mehr noch, anstecken: &lt;br/&gt;Ich habe das Glück, dass wir in meinem Rumänischkurs Lieder von ihr besprechen, ja sogar singen. &lt;br/&gt;Heute zum Beispiel haben wir „Lume, lume“, ein wunderschön trauriges Lied, besprochen. Ja, ich hab es auch gesungen - nein Aufnahmen gibt es nicht :-). Aber was wäre ein Text über eine Sängerin ohne&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/results?search_query=maria+tanase+lume&amp;aq=f&quot;&gt; Link&lt;/a&gt; zu YouTube.&lt;br/&gt;Natürlich habe ich zuerst nicht viel verstanden. Mein Rumänisch ist leider nach diesen fast zwei Jahren immer noch nicht auf dem Niveau, das ich mit erhofft hätte. Aber mit Hilfe ging es dann doch ganz gut, so macht Sprachen lernen Spaß.&lt;br/&gt;Doch worum geht es in dem Lied? „Lume, lume, sora lume“ heißt „Welt, Welt, Schwester Welt“ und drückt tatsächlich Weltschmerz aus. Es geht wie in vielen ihrer Lieder um Vergänglichkeit und den Kreislauf des Lebens. Am Ende heißt es  „Al de naste necajeste, al de moare putrezeste...“ - „Die, die geboren werden, werden verdrießlich und die, die sterben, werden verfaulen ...“&lt;br/&gt;Das ist sehr traurig, doch hört es sich so schön an und passt so gut. Komischerweise passt es nicht nur, wenn man selber traurig ist, ich mag es auch hören, wenn ich fröhlich bin. Am besten passt es natürlich bei einer Fahrt durch die Walachei. &lt;br/&gt;Es gibt aber auch lustige und sehr ironische Lieder von Tanase. Sie hat sie in allen Teilen Rumäniens gesammelt, erzählt man. Dabei soll sie verschiedene Akzente mitgesungen haben - und oft sehr schräg. Ja, es wird berichtet, sie hätte oft nicht den Ton halten können. Oft hätten erst im Laufe der Aufnahmen die Musiker und die Tanase zu einer Melodie gefunden. Das wird wohl auch ein Teil des Geheimnisses ihrer Musik sein. Jedenfalls für mich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;dor.s&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Ein Jahr ist um - eine Rückschau</title>
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      <pubDate>Sun, 3 Oct 2010 07:23:43 +0300</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/10/3_Ein_Jahr_ist_um_-_Ruckschau_files/IMG_0606.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object014_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Klassischerweise fängt man ja so eine Rückschau mit den Sätzen an: Mensch ein Jahr vorbei -gar nicht gemerkt, Ist es wirklich schon ein Jahr kommt mir gar nicht so vor... So oder ähnlich, doch das passt für unser erstes Jahr hier in Bukarest nicht. Das Jahr war unglaublich voll mit Ereignissen, wunderschön merkwürdig aber auch schwer. &lt;br/&gt;Da war zum Anfang die Tour mit Auto, Kind und Anhänger nach Rumänien. Das würden wir so, sicher nicht mehr machen. Fast zweitausend Kilometer sind einfach etwas viel. &lt;br/&gt;Zurück werden Frau und Kind wohl fliegen. Doch die Geschichte vom bis unter die Decke vollgestopften Golf ist schon klasse. So konnte der Beifahrer beispielsweise erst aussteigen nachdem er den Hausrat von den Knien genommen hatte. &lt;br/&gt;Unseren ersten Sommer haben wir in Siebenbürgen auf einem Dorf verbracht. Das war toll. Sehr arbeitsreich, denn das Haus musste gleichzeitig auch renoviert werden. Dafür aber mit schönem Mittagsschlaf unter den Apfelbäumen jeden Tag. Herrlich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dann in Bukarest  drückende sommerliche Hitze und die Gewöhnung an ein Leben im Neubaublock - „Authentisch“ . Doch alles andere als schön.&lt;br/&gt;Wir haben versucht alle Unbill mit Humor zu nehmen und so waren wir oft sehr humorvoll. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das größte Problem waren und sind die Ämter. Sobald wir irgendetwas „amtliches“ benötigen fängt die Rennerei an. Dabei sind die Menschen gewohnt freundlich. Das ist es gar nicht. Vielmehr sind auch sie Gefangene der Vorschriften. Papiere sind unglaublich wichtig. Stempel noch vielmehr, runde Stempel sind Gesetz. Leider ändern sich alle diese Vorschriften dauernd. Was uns anfänglich noch als Sport begeisterte: „du musst immer zweimal aufs Amt gehen“ versuchen wir mittlerweile immer zu vermeiden. Es gibt einfach keine Regeln. Alles ändert sich und ist völlig undurchsichtig. Heute hat man Glück, morgen Pech. Bestechung hilft übrigens auch nicht, da die feinen Regeln des Schmiergeldes nicht einfach zu erlernen sind&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Glücklicherweise besteht das Land nicht nur aus Ämtern. So begeistert uns die Natur jedesmal aufs Neue. Ich kann mich immer noch an den Karpaten völlig begeistern und an den Leuten vom Dorf. Doch auch Bukarest - gehasst in der sommerlichen Mittagshitze- liebe ich beim spätabendlichen Gang durch ein der vielen Parks. Die Altstadt, nicht nur das hippe Lipscani-viertel, sind wunderschön. Ja, es gibt viel Verfall viel Müll aber auch schöne kleine Cafes und Handwerker. Antiquariate und den sagenhaften Obor-Markt. Der Obor-Markt ist so alt wie Bukarest. Jedenfalls ziemlich alt und mittlerweile fast ein ganzes Stadtviertel. Ständig umgebaut ist er eine Mischung von Lebensmittelmarkt, Kaufhaus und Schwarzmarkt. Es gibt nichts was man nicht bekommt. Asiatische Billigkleidung kombiniert mit Fisch aus dem Donaudelta, Gemüse aus der ganzen Welt und rumänischer Emaille. Ach ja, moldawische Kippen fehlen auch nicht. Wer Bukarest nicht mag, mag generell keine Städte. &lt;br/&gt;Wir sind aus dem Neubaublock ausgezogen, es war einfach zu weit weg von der Arbeit und zu heiss im Sommer. Authenzität war uns dann doch nicht so wichtig. Angekommen.&lt;br/&gt;Ich nehme für mich in Anspruch nach dem Jahr nicht mehr der Gleiche zu sein. Die Flausen sind weg. In Rumänien zu leben ist auch 2010 noch hart. Dabei verfügen wir glatt über das Dreifache an Ressourcen eines Normalbürgers. Das gibt mir zu denken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben hier sehr interessante Menschen kennengelernt. Wir habe hervorragende berufliche Erfahrungen gemacht und konnten sehr viel Verantwortung übernehmen. Unsere Tochter hat in ihrer privaten Kindereinrichtung beste Bedingungen. Die öffentlichen Spielplätze in Bukarest sind übrigens vorbildlich und „ultramodern“. Und doch freuen wir uns immer nach Deutschland zurückzukommen. Noch so eine Erfahrung, wenn auch nicht überraschend, man wird heimatverbundener. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Mannschaftul vs Kangaroo</title>
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      <pubDate>Mon, 5 Jul 2010 19:49:23 +0300</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/7/5_Mannschaftul_vs_Kangaroo_files/panzerfest.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object004_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die rumänische Yellowpress nimmt kein Blatt vor dem Mund, Siege der deutschen Nationalmannschaft werden schon mal breit als „Panzerfest“ getitelt. Das dies nicht an der Spielart der deutschen Elf bei dem Welt-Turnier liegt, ist auch klar. Und es geht noch weiter, nachdem die deutsche Elf vor dem Vorrundenspiel gegen Ghana die Nationalhymne absingt, hat der Kommentator im staatlichen TVR 1 nichts besseres zu tun als zu verkünden, dass jetzt „Deutschland Deutschland über alles“ gesungen wird. Das Verrückte dabei ist, dass das hier nicht mal ansatzweise negativ gemeint ist. Ich bin mir nicht mal sicher, ob der Fernsehmensch verstanden hat, was er, auf deutsch, da sagte. Und als ich meine Kollegen darauf ansprach, verstanden die mich eigentlich nicht. Das Bild der „ehrlichen“ „fleißigen“ Deutschen ist so positiv besetzt, dass es manchmal weh tut (Man erinnere sich: Innere Reichsparteitage....bla bla im ZDF)&lt;br/&gt;Na gut. Ich jedenfalls bin trotzdem dem Fußballfieber erlegen und habe zusammen mit Frau und Kind auch das Bukarester „Public Viewing“ im Lipscani-Viertel besucht. Deutschland-England, beim ersten Deutschen Tor jubelten nur ganz wenige, mit uns waren nämlich gelassene Österreicher vor Ort. Doch zum Schluss wurde es immer lauter für die deutsche Elf. Hier sagt man übrigens „Mannschaftul“, in Ermangelung eines offiziellen Spitznamens hat man ihn einfach aus dem deutschen Wort plus rumänischen männlichen Artikel gebildet - im Gegensatz zu „Panzerfest“ gefällt mir das mal richtig gut.&lt;br/&gt;Das letzte 4:0 der deutschen Jungs gegen Argentinien war dann so schön anzusehen, dass mir sogar der schmierige Maradonna ein wenig leid tat. Ich habe es zusammen mit Jugendlichen einer kirchlichen Freizeit in einem Dorf gesehen - und das Orakel getroffen. Der Mann ist wirklich gut. Es ist  der Pfarrer von Heltau. Er sagte das erste deutsche Tor durch Schweinsteiger voraus und danach sogar den Endstand von vier zu Null! In der dritten oder vierten Minute! Ich hörte es mit eigenen Ohren! &lt;br/&gt;Diese Erleuchtung reicht zwar nicht, um mich in den Schoss der evangelischen Kirche A.B. zu führen, aber ich muss  zugeben, wenn er den deutschen WM-Sieg richtig voraussagt - dann wäre es Zeit für mich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein kräftiges LUUKAs POODOOLSKI aus Bukarest. (lu)&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Ein kleines Dorf in Siebenbürgen</title>
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      <pubDate>Thu, 8 Apr 2010 19:13:08 +0300</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/4/8_Ein_kleines_Dorf_in_Siebenburgen_files/IMG_9866.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object002_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;Vor drei Jahren bin ich schon einmal, damals mit dem Fahrrad, in diesem Dorf gewesen. Von Dacia kommend über Jibert vorbei an Lovnic, einen Schotterweg entlang liegt es abseits vielbefahrener Wege. Obwohl die Straßenkarte eine Weiterfahrt nach Plesitei (Name geändert) angibt ist das mit dem Auto wohl schon lange nicht mehr möglich. So wird Plesitei wohl weiter im Dornröschenschlaf auf seinen Prinzen warten müssen. Den Laden, in welchem damals die nette Verkäuferin  auf Lieferung harrend uns ihre eigene halbe Wasserflasche verkauft hat, gibt es bereits nicht mehr. &lt;br/&gt;Was aber führt nun Lars und mich in dieses Dorf? Eine rumänische Internetseite hat uns neugierig gemacht, auf der von  der Ruine einer griechisch-katholischen Kirche berichtet wird.&lt;br/&gt;Eine rumänisch griechisch katholische Kirche? &lt;br/&gt;Das klingt interessant. Warum also nicht am Ostersamstag mal nach einer Kirche forschen. Wir fahren durchs Dorf und sehen schöne kleine alte Häuser mit Holztoren aber auch den Verfall. Zunächst vermuten wir die Ruine auf einem Berg und waren ratlos wo beginnen mit der Suche. Schnell führte uns der Weg zum orthodoxen Gotteshaus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der orthodoxe Pfarrer/Hirte gerade sehr mit seinen Schafen beschäftigt (diesmal nicht im übertragenen Sinne) redete viel, wusste wenig zu sagen, stellte uns aber zum Glück einen Ortskundigen zur Verfügung. Dieser ältere Herr führte uns, wie sollte es anders sein, auf einen Berg am Dorfrand. Vermutlich hätten wir alleine den Weg nie gefunden. Nebenbei erfahren wir von ihm, das es kein sächsisches Dorf war bzw. ist. Hier leben Rumänen und Ungarn. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und da stand sie nun, die doch arg in Mitleidenschaft gezogene Holzkirche auf dem Hügel. Weite Teile des Daches eingefallen und auf den ersten Blick nicht mehr als Gotteshaus erkennbar. Und doch finden sich im Inneren noch Relikte kirchlichen Lebens wie Leuchter, ein Gebetsstuhl oder Tisch und in der Apsis ein verfallener Altar.&lt;br/&gt;Also viele interessante Dinge zum Staunen und Fotografieren. Und nun? Unser Begleiter weiß, es gibt im Dorf eine Frau, die mehr über die Kirche sagen könnte. Also machten wir uns auf den Weg. Aber wir schaffen es nicht die wohl kranke Frau zu sehen oder zu sprechen.&lt;br/&gt;Selbst die immer wieder vorgetragene Verheißung unseres Begleiters, ein Fotograf aus Bukarest sei da, lockte sie nicht aus ihrem Haus.&lt;br/&gt;Unser Ortskundiger hatte nun auch die Lust verloren uns  zu weiteren weißen alten Frauen im Dorf zu führen, so entschlossen wir uns nun auch nicht weiter zu forschen, hatten doch aber zumindest die Kirche gefunden und Fotos gemacht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und was bleibt? Die Idee irgendwann mal weiter zu suchen und noch mehr zu erfahren über die Kirche und ihre Nutzer, die Vision den Verfall stoppen zu können und die Gewissheit in Rumänien gibt es noch viel zu entdecken, vielleicht an anderen (Oster) Samstagen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weitere Infos zur Rumänisch Griechisch Katholischen Kirche auf Wikipedia: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Rum%C3%A4nisch-Katholische_Kirche&quot;&gt;Rumänisch katholisch unierte Kirche&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Michael Stengel&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Anmerkung: Ich habe in Michas Text die Wegbeschreibung verschleiert, dass Internet hat seine zwei Seiten. Jeder der ernsthaft interessiert ist, sende ich aber die Klardaten zu. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;lu. Bukarest </description>
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      <title>Soldaten, Cia-Gefängnisse, Raketen</title>
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      <pubDate>Sat, 13 Mar 2010 23:10:17 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/3/13_Soldaten,_Cia-Gefangnisse,_Raketen_files/IMG_3291.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object000_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Zugegeben, die Aufzählung kommt für diesen Blog schon etwas ungewohnt daher, doch es verwundert mich, wie einfach hier in Bukarest außenpolitisch heikle Themen durchgesetzt werden. Wobei durchgesetzt auch nicht das richtige Wort ist, angesagt. Ja genau, ich habe das Gefühl, dass die Stationierung der 24 SM-3 Raketen von der Regierung einfach angesagt wurde.&lt;br/&gt; Die Zeitungen schrieben kurz darüber, brachten die obligatorischen Fotos von startenden Gefechtskörpern und damit war es gut. Merkwürdig. Irgendwas fehlt doch? &lt;br/&gt;Mal die Sache näher betrachtet, diese Stationierung durch das US-Militär soll der Abwehr von Raketen aus Mittelasien dienen, konkret sollen iranische Atomraketen abgefangen werden können.&lt;br/&gt;Es hat nichts mehr mit dem System zu tun, welches unter der Bush-Regierung in Polen und Tschechien stationiert werden sollte. Wenn man allem glauben kann, so ist das technisch dann eigentlich keine Bedrohung für Russlands Atomraketen und bringt das Rüstungsgleichgewicht so auch nicht wirklich in Gefahr. &lt;br/&gt;Allein, dass solche Sachen erwähnt werden, erinnert aber an die Zeit vor 1989. Die Reaktion aus Russland klingt denn auch nicht sehr entspannend. Und was passiert in Bukarest? Nichts. &lt;br/&gt;Die oppositionellen Sozialdemokraten sind so mit sich beschäftigt, dass sie kaum reagieren. Der gerade abgesägte ehemalige Parteivorsitzende Geoana fordert halbherzig eine Abstimmung über die Stationierung, der neue Vorsitzende Ponta schweigt. &lt;br/&gt;Die restlichen Parteien sind voll auf Regierungslinie oder ignorieren das Thema. Zivilgesellschaftlich auch nichts, Zustimmung, Schulterzucken oder Unwissenheit.&lt;br/&gt; Das Problematische an dieser Situation für Rumänien ist doch aber gerade das Fehlen jeglicher Debatte. &lt;br/&gt; Es mag ja gute Gründe für diese Raketen geben, doch wo sind die Bedenken? Wer wägt öffentlich die Interessen ab? Wie kann ich mir denn ein Bild machen darüber, was für Folgen die Sache für Rumänien, für Europa und mich ganz persönlich haben kann? Das ist etwas, was ich aktuell hier in Bukarest vermisse.&lt;br/&gt;Warum ist das so? Ich tappe da im Dunkeln, meine Ahnung sagt mir, dass hat etwas mit der generellen Skepsis gegenüber Russland, mit der Presselandschaft, mit dem, was die EU-Ausländer immer böse „Demokratiedefizite“ nennen und mit dem geringen gesellschaftlichen Engagement zu tun. &lt;br/&gt;Und was hat das jetzt alles mit den ersten zwei Schlagwörtern der Überschrift zu tun? - 2003 wurden so Soldaten in den Irak geschickt, bis 2007 soll es in Rumänien geheime CIA-Gefängnisse gegeben haben.  Jedes mal passierte zu den Themen im Land nicht viel, viel zu wenig. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;lu.Bukarest&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachtrag: Im April brachte die neue Satirezeitschrift „Kamikaze“ einen langen Beitrag zum Thema. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Märzchen</title>
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      <pubDate>Sat, 13 Mar 2010 22:17:35 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/3/13_Marzchen_files/IMG_3222.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object004_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der März und ich sind nicht so sehr gute Freunde. Das ist eine Geschichte jahrelanger Enttäuschungen. Immer wenn der März kam, freute ich mich: Endlich Frühling! Aber jedes Mal gab es statt Sonne Kälte und schlechtes Wetter. Dieses Jahr kam es sogar besonders fett: Obwohl pünktlich Ende Februar der Schnee wegtaute, kam er zwei Wochen später - im März! - gleich wieder.&lt;br/&gt; „Falsche Schlange, du März“, sage ich da. Und das, obwohl wir hier in Bukarest eigentlich meteorologisch auf der Sonnenseite sein müssten.&lt;br/&gt;In Rumänien aber gibt es einen Brauch, der mich ein bisschen getröstet hat und mir den Monat ein wenig versüßt hat, denn es ist ein sehr schöner Brauch. &lt;br/&gt;Jedes Jahr am ersten März bekommen hier die Frauen und Kinder einen kleinen Anhänger, den sie sich mit einer Nadel anstecken oder als Armband tragen können. Diese Anhänger heißen Marțișor - Märzchen - und werden auf zahlreichen Märkten und Ständen überall in der Stadt zum Ende des Februars verkauft. Es gibt alle möglichen Motive, die man sich denken kann. Traditionelle Motive wie kleine Holzlöffel, Glücksbringermotive wie Hufeisen und Kleeblatt, florale Bildchen, Tiere, Herzen und vieles mehr. Nur eins haben alle gemeinsam: ein rot-weißes Bändchen. Zu diesem Bändchen gibt es eine Legende.&lt;br/&gt;So heißt es, dass einmal die Sonne in Menschengestalt auf die Erde kam. Sie verwandelte sich in ein wunderschönes Mädchen. Jedoch wurde sie von einem Drachen entführt und in seinem Schloss gefangen gehalten. Ein tapferer Jüngling machte sich auf, um die Sonne zu befreien und kämpfte mit den Drachen ein langen, schweren Kampf.&lt;br/&gt;Doch schließlich besiegte er den Drachen und befreite die Sonne. Sein Blut aber war in den Schnee geflossen, der damals zu Märzbeginn noch lag. Das rote Blut in dem weißen Schnee wird durch das Bändchen am Märzchen symbolisiert.&lt;br/&gt;Man trägt diese kleinen Anhänger übrigens den ganzen März. Oder, so heißt es auch, so lange, bis man einen blühenden Baum sieht. Dort wirft man es hinein und kann sich etwas wünschen.&lt;br/&gt;Aber nicht nur Märzchen werden zum ersten März verschenkt, auch Frühlingsblumen wie Schneeglöckchen, Hyazinthen und Tulpen bekommen die Frauen. Und es kommt noch besser: Am achten März, zum internationalen Frauentag, bekommen die Frauen gleich nochmals Blumen. Dieser Tag ist auch gleichzeitig Muttertag, so dass die Kinder in der Schule und im Kindergarten etwas für die Mama basteln. Ich hab auch mein erstes Geschenk von meiner kleinen Tochter bekommen - im Kindergarten liebevoll gebastelt. So kann mir der März hier gefallen, trotz Schnee- und Matschwetter. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;dor.s</description>
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      <title>Zi de TArg - Markttag</title>
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      <pubDate>Mon, 22 Feb 2010 21:46:21 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/2/22_Zi_de_TArg_-_Markttag_files/IMG_9462.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object003_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das Leben in Bukarest ist etwas anders als im Rest des Landes. Bukarest als Hauptstadt ist laut, wild, ausufernd und modern. Im Rest des Landes geht es oft etwas beschaulicher zu. So sind die Bukarester Autokennzeichen auf den Landstraßen sehr „beliebt“, diese meist großen dunklen Wagen, die drängeln rasen und hupen. Nicht, dass das nicht auch die anderen machen, aber die Bukarester Schlitten sind oft schlicht teurer und größer. Und so kommen sie den Dorfbewohnern in den weiten Landstrichen dann auch vor, komisch angezogen und arrogant. Aber das ist ein anderes Thema. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Bukarest nämlich kauft man eigentlich wie im gesamten Europa ein, bevorzugt in Supermärkten bekannter Ketten. Wenn es schnell gehen soll in kleineren privaten vollgestopften Läden. Eine Besonderheit aber sind, jedenfalls im Gegensatz zu Norddeutschland, die vielen frischen Gemüsemärkte. Die sind hier wirklich riesig und die Auswahl sehr gut. Die Preise sind ausgeschildert und so bekommt man beste Ware zu guten Preisen. Richtig klasse finde ich den Obor-Markt an der gleichnamigen U-Station, steht leider in keinem Reiseführer, gehört aber unbedingt rein. Im Grunde ist es fast ein ganzes kleines Geschäftsviertel.&lt;br/&gt; Ein sehr großer Gemüsemarkt und eine unüberschaubar vollgestopfte ehemalige Fabrikhalle mit allem, was man so brauchen könnte. Dazu noch Fleisch und Fischstände, ach ja und die Käsestände. Es ist von der Architektur her sicher einer der hässlichsten Märkte Europas, aber das bunte Markttreiben und die unüberschaubare Fülle machen das, jedenfalls für mich, lange wett.&lt;br/&gt; Hier findet man auch die Dinge, die einfach in jeden Bukarester Haushalt zu finden sind: z.B.die Emaile-Ibric, eine konische Kanne zum Kaffee kochen. Ganz klar auch geschnitzte Holzlöffel und Millionen von chinesischen Plastikerzeugnissen,  wie beispielsweise die billigen braunen Badelatschen, die man im Sommer trägt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein ganz besonderes Erlebnis dagegen sind die Märkte, die vom rumänischen Bauernmuseum und vom Dorfmuseum veranstaltet werden. Hier bekommt man eine Ahnung, was es im Rest des Landes noch zu entdecken gibt, nämlich traditionelle Handwerkerkultur und Lebensmittel direkt vom Bauern. Ich muss gestehen, diese Märkte liebe ich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; Da kommt dann der Kesselzigeuner mit allen seinen handgefertigten Pfannen, Töpfen und Tiegeln. Und als Highlight bringt er noch einen komplett selbstgedängelten Brennkessel für die Țuica mit. Man muss sich vor der Handwerkskunst dieser Menschen verneigen. Und sie sind auch zu recht stolz auf ihre Produkte. Glücklicherweise schätzt man in Bukarest ihre Arbeit auch immer noch und wieder sehr.&lt;br/&gt; Weiter können gut gemachte Tischlerarbeiten gekauft werden, die obligatorischen Löffelschnitzer sind immer da und Töpfer. Die Preise dabei sind fair, wenn man berechnet, wie viel Arbeit wohl in so einem Brennkessel stecken. Oft sind die Dinge sogar spottbillig. Na und am Schluss fehlt auch die selbstgerannte Țuica nicht. Der rumänische Pflaumenschnaps, der hier weiblich ist. Den kaufe ich dann oft, als Trost, dass es für den Brennkessel wieder nicht reichte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;lu. Bukarest&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Geduld </title>
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      <pubDate>Thu, 18 Feb 2010 22:21:01 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Eintrage/2010/2/18_Geduld_files/IMG_0576.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.zweijahrebukarest.de/zweijahrebukarest/Blog/Media/object078_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ich bewundere die Bukarester, ich finde es äußerst erstaunlich, was hier vor sich geht. Jeden Tag, überall halten sie es einfach aus und üben sich in Geduld. Und Geduld braucht man viel. Ich fahre jeden Tag mit der U-Bahn und den Bus zur Arbeit, ich habe das Gefühl, das macht außer mir auch die Hälfte der Zweimillionenstadt. Das ist soweit auch ganz normal und unterscheidet sich ja erstmal nicht von anderen europäischen Städten. Allerdings ist das öffentliche Transportsystem zu dieser Zeit völlig ausgelastet. Das bedeutet für mich, dass ich mich immer in die Bahn quetschen muss. Ich fahre im Süden Bukarests los, zum Anfang geht‘s noch. Ich stehe normal und kann Zeitung lesen. Nach der ersten Umsteige wird es schlimmer, Zeitung lesen ist nicht mehr, ich muss oft sehen, dass ich die Arme oben behalte um mich festzuhalten. Oft ist es nämlich so eng, dass man sich kaum bewegen kann ohne jemanden anzurempeln. Gerade, wenn ich nicht so gut drauf bin, muss ich mich dann arg zusammenreißen um die Drängler zu ertragen und nicht berlinerisch los zu meckern. Denn vor den U-Bahnhöfen geht es in der vollen Bahn los: Coboriti? - Steigen sie aus? Mit diesem Schlachtruf wird sich zur Tür gedrängelt. Oh, wie ich manchmal koche, aber sie haben ja recht, es kann in den Bahnen so voll werden, dass man nicht rechtzeitig aussteigen kann. Und der Bus am Morgen erst, mittlerweile habe ich gelernt mich einfach mit rein zu quetschen. Geht schon, geht schon. Doch manchmal habe ich es einfach satt, Haptik ohne Liebe ist einfach schwer zu ertragen. Bei all dem bleiben die Bukarester erstaunlich gelassen und eben geduldig. Ich habe es noch nicht gesehen, dass jemand laut wurde noch kein „Drängeln Se nicht, Menschenskind!“, „Erst aussteigen und dann einsteigen!“ oder schlimmer, wie ich es aus Berlin gewöhnt bin. Hier ist man höflich und hilft beim Lochen der Fahrkarte im Bus, indem man sie durchreicht. Erstaunlich!&lt;br/&gt;Und es geht ja weiter, auf den Ämtern hier rennt jeder Bukarester von Pontius zu Pilatus. Eine aktuelle Weinwerbung hier nimmt es ironisch auf die Schippe: Ein Mann will sich irgendwo auf einem Amt einschreiben oder anmelden, dazu bringt er eine Schubkarre voll Papiere: „Alles da!“ „Wirklich, sehr gut - ah hier fehlt ein Stempel, kommen Sie am Montag wieder!“ - dann der Abspann: „Typisch rumänisch - typisch Wein (Blabla)“. &lt;br/&gt;Und leider hat die Werbung recht, der Wein ist auch gar nicht mal so gut. Aber auch das kann geduldig ertragen werden. Bei aller Bewunderung, geht es mir dann doch manchmal auf den Keks. Und zwar dann, wenn aus der Geduld Fatalismus wird. Ich höre schon mal: „Das ist halt so, wir sind in Rumänien“ „Rumänien“ „So ist es nunmal, kann man nichts machen“. Das ist dann so etwas wie eine selbsterfüllende Prophezeiung und einfach dämlich. Deshalb, bei aller Geduld, irgendwann reicht es! Maisbrei explodiert ja bekanntlich doch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;lu.Bukarest&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;P.S. Ab heute ist hier Schluss mit den Klein- und Großschreibexperimenten, ich habe es eingesehen. Die Lesbarkeit ist bei  Kleinschreibung schlechter, es hilft da auch nicht viel, die Satzanfänge groß zu schreiben. Das wussten viele schon früher. Ich jetzt auch. Danke.</description>
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